Duftbaustein: Muskatnuss

Der Muskatnussbaum gehört zu den Strauchgewächsen der Muskatnusspflanzen. Ähnlich wie bei einer Kastanie wächst der Kern, die Muskatnuss, in einer Frucht heran und fällt nach dem Reifeprozess und Öffnung der Schale einfach raus.

Muskatnussbaum

In Plantagen werden vorwiegend weibliche Pflanzen verwendet, um eine ertragreiche Ernte zu erzielen. Die Muskatnuss ist ein Gewürz zur Verfeinerung von Speisen und steht unter Naturschutz, da sie vom Aussterben bedroht ist. Verwendet werden die Nüsse als auch die Fruchthaut.

Muskatnuss Inhaltsstoffe

Die ätherischen Öle in der Muskatnuss liegen zwischen 5 und 13 Prozent. Die Samenhülle, die Fruchthaut, auch Macis genannt, beinhaltet 22 bis 35 fette Öle und Harze sowie Farbstoffe. In getrocknetem Zustand werden die Fruchthüllen zum Würzen von Speisen, Gebäck und Fleisch aber auch in Parfüms verwendet. Die Intensität des Geschmacks und sein Geruch sind milder als die der Muskatnuss, leicht bitter und aromatisch harzig.
In den Muskatnüssen liegt der Anteil an fetten Ölen (Muskatbutter) um die 40 Prozent, dazu etwa 25 Prozent Stärke und Harz.

Das ätherische Öl wird durch Dampfdestillation gewonnen. Das Herkunftsland und die jeweilige Verarbeitung bestimmen die Aromen. Mitunter beinhalten die Öle Auszüge an Essenzen, die ein charakteristisches Bukett aus Isoeugenol, Limonen, Borneol, Terpene α-Pinen, β-Pinen, Sabinen, Terpineol, Eugenol und Isoeugenol zeigen. Ein weiterer Bestandteil an Inhaltsstoffen ist unter anderem Safrol, Myristicin, Phenylpropanoide und Elemicin, die als Halluzinogene wirken. Safrol selbst ist zudem krebsfördernd und mutagen (kann das Erbgut verändern).

Muskatnuss Verwendung

Neben der Anwendung in der Küche, wird Muskatnussöl und die Frucht auch in Parfüms verwendet. Das harzige Aphrodisiakum, moschusähnliche Odeur findet seine Anwendung in verschiednen Konzentrationen eines Duftwässerchens. Sein Gusto ist durchaus mit dem Duft eines feuchten, frischen Laubboden im Wald zu vergleichen. Das gelb-orangene Fruchtfleisch der Muskatnussblüte in Öl eingelegt bereichert nicht nur eine Mittagsspeise sondern auch das Badewasser. In geringen Mengen dem Badewasser zugegeben, belebt das Aroma der Muskatnuss die Sinne, wirkt erfrischend und gleichzeitig beruhigend. In Verbindung mit Patchouli, Sandelholz und Nelke, werden besonders Männerduftorientierte Parfüms hergestellt. Die Grundnote des Muskatnussöls kommt eher dem herben Körpergeruch der Männerwelt nahe, deshalb versteht sich der Duft auch als Frauenverführer, da es die Sexualsinne stimuliert.

Muskatnuss im Mittelalter

Der Volksmund sagt der Muskatnuss nach, ein Aphrodisiakum zu sein und wurde in der Naturheilkunde stellenweise auch als Hypnotikum verwendet. Als Droge hat die Muskatnuss sich nicht durchsetzen können, da es eine sehr große Menge bedarf, um in einen Rauschzustand zu verfallen. Meist ist das Bedürfnis, um eine Wirkung zu erzielen so große, dass im Körper vorher schon, durch die Wirkung der Öle eine Übelkeit hervorrufen wird. Manche Menschen bekommen erst gar keinen Rauschzustand, weil sie die Inhaltsstoffe der Muskatnuss nicht umwandeln können. Dennoch ist Vorsicht geboten, da es zu schweren Vergiftungen kommen kann. Eine ganze Muskatnuss kann für ein Kleinkind tödlich sein.