Duftbaustein: Myrrhe
Schon die heiligen drei Könige brachten sie dem Christuskind zum königliches Geschenk, Myrrhe, das Gold der Antike.
Myrrhe, das Gold der Antike
Doch nicht zur während der klassischen Antike wurde das Harz des Myrrhebaums geschätzt, denn schon im Gilgameschepos wird es erwähnt, die ägyptische Pharaonin Hatschepsut schickte mehrere Schiffe aus, um das Kostbare Gut, das in den Tempeln tagtäglich geräuchert wurde und bei der Einbalsamierung der Toten Verwendung fand, zu beschaffen. Auch als Heilmittel wurde die Myrrhe lange zur Behandlung der verschiedensten Krankheiten verwendet. Der Name des Harzes leitet sich von dem semitischen Wort murr ab und bedeutet bitter.
Die Herkunft der Myrrhe
Was in der Umgangssprache als Myrrhe verstanden wird, ist das Harz des dornigen Myrrhebaums (Botanisch: Commiphora myrrha), welcher bis zu 5 m hoch wird und zur Familie der Balsambaumgewächse gehört . Er wächst in Ostafrika, Arabien und Indien in den trockenen Gebieten. Dort wird er in Buschform kultiviert. Geerntet wird es nach der Regenzeit zwischen Juni und August, dabei wirft jeder Baum 3 bis 4 Kg an Harz ab. Insgesamt existieren bis zu 200 verschiedene Myrrhearten. Das Harz besteht aus 30-60% Rohgummi, 25-40% Harzen und Polysachariden, so wie 2-10% ätherischen Öls. Das ätherische Öl enthält als hauptsächlich Sesquiterpene und als Nebenbestandteil Monoterpene. Je nach Sorte hat das Harz eine gelbliche bis rötlich-graue Farbe.
Myrrhe als Duftstoff
Der warme balsamartige Duft der Myrrhe ist mit dem des Weihrauches verwandt. Allerdings ist er weicher als dieser. Der Duft des Harzes beim Räuchern ist erdig, harzig, würzig, später wandelt er sich zu süßlich, verliert aber die erdige Note nicht oder er wird bei einigen Sorten zu bitter bis scharf. Da der Geruch sehr stark ist, sollte die Myrrhe möglichst nicht allein geräuchert werden, sondern mit anderen Räuchermitteln gemischt werden. Dies wird durch die hohe Konzentration von ätherischen Ölen im Harz verursacht. Das Aroma der Myrrhe fördert die innere Reinigung, Entspannung und hilft gegen Überreizung. Aus diesem Grund wird es oft und gerne in den verschiedensten Kosmetika wie Parfüms, Seifen oder Hautlotionen verwendet.
Myrrhe als Parfüm
Die Herstellung des Myrrheöls, das in der Parfumherstellung Verwendung findet, gelingt durch die Destillation des Harzes. Das Öl selbst riecht leicht würzig und süß. Während das Harz oft als Fixierung in Parfüms Verwendung findet, wirkt das ätherische Öl schon in der Kopfnote. Besonders bei Herrendüften liegt Myrrhe derzeit im Trend, doch auch in der Rezeptur von orientalisch angehauchten Damenparfüms ist Myrrhe nicht wegzudenken.