Duftbaustein: Sandelholz
Als Sandelholz (lat. lignum santalinum) werden im Handel Hölzer bezeichnet, die der Gewinnung von Duft- und Farbstoffen dienen. Vorrangig zwei Bäume sind Spender für Sandelholz. Aus dem roten Sandelholz werden mehrere Farbstoffe gewonnen, der bekannteste ist Santalin. Das Holz kommt von einem Hülsenfruchtbaum (Pterocarpus santalinus), welcher auf Ceylon und in Ostindien wächst. Es gelangt in Blöcken und Scheiten von wenigstens 50kg in den Handel, aber auch in Raspeln, Fasern und als Pulver. Als Flugsandel bezeichnet man ein besonders feines Pulver, dessen Körnchen kaum noch fühlbar sind.
Für die Herstellung von Duftstoffen und Möbeln verwendet die Industrie das gelbe und weiße Sandelholz. Wegen seines Wohlgeruchs ist dieses Sandelholz zur Herstellung von duftenden Möbeln auf dem ostasiatischen Markt sehr begehrt. In Europa wird das gelbe und weiße Sandelholz ausschließlich zur Gewinnung von Duftstoffen genutzt. Spender ist der Baum Santalum album von den ostindischen Inseln und der Koromandelküste. Als Premiumqualität gelten die Hölzer aus der Gegend von Myore. Die als gleichwertig geltende Art Santalum freycinetianum von den Südseeinseln wird von Würmern verschmäht, so dass sie als Möbelholz prädestiniert ist. Die Namensgebung des gelben und weißen Sandelholzes beruht wohl darauf, dass das Splintholz weiß, während hingegen das Kernholz gelblich gefärbt ist. In variierenden Längen von 60-90 cm werden die geschälten Scheite dem Handel geliefert.
Sandelholz und seine Gewinnung
Mittels Destillationsverfahren entzieht man dann dem Holz das ätherische Öl. Der gewonnene Anteil macht nicht einmal 2% der Holzmenge aus. Indien bringt aber auch das fertige Öl direkt auf den Markt. Die Farbe ist gelblich-weiß, der Geruch balsamisch und derart intensiv, dass er nur in Verdünnung als angenehm empfunden wird.
Verwendung in Parfüms
Weiterverarbeitet wird das Öl in Parfümerien und bei der Herstellung von Räucherwerk. Für die Produktion des Räucherwerkes werden sehr große Mengen nach China importiert. Parfümiert werden Papiertaschentücher und Seifen, aber auch bei Naturkosmetika wird immer häufiger auf die Note von Sandelholz gesetzt. Orientalisch anmutende Parfums sind die Klassiker, in denen Sandelholz unverzichtbar ist.
Kulturelle und rituelle Bedeutung besaß Sandelholz bereits vor der Verwendung in der Parfümherstellung seit dem 19. Jahrhundert. Bei vielen Ritualen von Hindus und Buddhisten war Sandelholz Bestandteil der Handlung, während die Chinesen es als Heilmittel bei Magenschmerzen und Hautproblem schätzten. Der chinesischen Heillehre nach soll Sandelholz ebenso positive Auswirkungen auf die Psyche haben, sowie das Immunsystem stärken und die Lebensdauer verlängern. In Anklang an die alten Lehren bietet der aktuelle Markt auch Duftöle und Duftkissen zur entsprechenden Stimulation.