Duftbaustein: Heliotropin
Einer der vielen in Parfüms eingesetzten Duftstoffe ist das so genannte Heliotropin, welches in der Chemie jedoch vor Allem unter dem Begriff Piperonal bekannt ist. Durch seinen Geruch aus Vanille und Mandel, erinnert er allerdings an die Blume Sonnenwenden -Heliotropium oder Vanilleblume - und erhielt deshalb zusätzlich zu den chemischen Bezeichnungen - Piperonylaldehyd, 3,4-(Methylendioxy)-benzaldehyd und Methylen-Protocatechualdehyd - den Namen Heliotropin.
Den eigentlichen Namen Piperonal bekam der Duftstoff Heliotropin auf Grund der ersten Synthese, der sich aus dem Pfefferinhaltsstoff Piperin - Hauptalkaloid des schwarzen Pfeffers - ergab. Hier wurde synthetisch die Piperinsäure, die aus dem Zerfall von Piperin entsteht, mit Kaliumpermanganat in einer alkalischen Lösung verbunden und ergab schließlich den prägnanten Duftstoff Piperonal, welcher heute vor Allem in diversen Parfümen zum Einsatz kommt.
Verwendung von Heliotropin
Auf Grund des vielfach als angenehm empfundenen Duftes nach Heliotropen - hier sei besonders die lila Heliotropblume genannt, die den Duft auf natürliche Basis freisetzt - ist Heliotropin ein sehr beliebter Bestandteil in der Parfümherstellung. Allerdings findet er nicht nur ausschließlich hier Verwendung, sondern auch in Seifen und Waschmitteln, die damit aromatisiert werden. Das Duftprofil von Heliotropin besteht aus Vanille und Mandeln die dabei intensiv süß-balsamisch, teilweise auch fruchtig und karamellartig - und bei hoher Konzentration beinahe narkotisch wirken. Dabei harmonisiert der Stoff hervorragend mit anderen Riechstoffen wie Vanillin und Cumarin. Je nach Zusammensetzung mit weiteren Duftstoffen liegt der Schwerpunkt jedoch eher in einer pudrigen denn einer fruchtigen Note. Dies geschieht zum Beispiel, wenn man Sandelholzöl oder andere holzige Düfte hinzumischt. Ein weiterer bekannter Duft - der Fliederduft - basiert ebenfalls auf den Hauptbestandteil Heliotropin. Neben dem vielfältigen Einsatz in der Duft- und Parfümbranche, hat der Duftstoff sich allerdings auch einen festen Platz als Geschmacksverstärker in der Lebensmittelindustrie ergattert, wo er zum Beispiel im Vanille- beziehungsweise Vanillinzucker vorkommt.
Gefahren von Heliotropin
Der Duftstoff Heliotropin ist in seiner Anwendung nicht ganz ungefährlich, weshalb er dem Grundstoffüberwachungsgesetz unterliegt. Damit ist eine Herstellung oder Verbreitung des Stoffes ohne eine spezielle Genehmigung durch das BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - strafbar. Auf Grund der Nutzung von Heliotropin in der illegalen Drogenproduktion - hier wird es für die Herstellung von so genannten Knuddeldrogen und Ecstasy verwendet - ist eine solche Verwendung selbstverständlich erst recht strafbar. Zudem ist der Stoff stark reizend und ab einer bestimmten Menge - hier hat es Tests mit Ratten gegeben - besitzt Heliotropin eine letale Wirkung, ist also für Tier und Mensch tödlich. Diese Menge liegt jedoch bei 2700 mg pro Kilogramm und ist deshalb relativ hoch angesiedelt und im Normalfall nicht erreichbar. Allerdings können schon kleinere Mengen zu irreversiblen Schäden führen. In der Parfüm- und Lebensmittelherstellung werden diese jedoch nicht einmal ansatzweise erreicht, weshalb - so man keine Überempfindlichkeit, also Allergie dem Stoff gegenüber besitzt - die Nutzung dessen hier völlig ungefährlich ist.