Duftbaustein: Phenole
Phenole und Aromastoffe
Es gibt eine Reihe von Chemikalien, die einen starken Geruch haben. Eine Gruppe der Chemikalien mit den intensivsten Gerüchen sind die Aromaten. Die Aromaten sind Stoffe in der Chemie, die einen Benzolring tragen. Benzol an sich ist der einfachste Aromat. Benzol hat auch einen Geruch, der aber von den meisten Menschen als widerlich angesehen wird. Andere Vertreter der Gruppe haben da schon einen wesentlich edleren und schöneren Geruch und auch Aroma. Sowohl in der Lebensmittelchemie werden Aromate wie Phenole und Phenolderivate gerne zum Erreichen eines bestimmten Aromas eingesetzt und verwendet. Sie kommen auch in der Natur und bei den Aminosäuren auf.
Die Chemie des Phenols und der Derivate
Unter Phenol versteht man den Alkohol des Benzols. Benzol ist ein Stoff, der aus 6 Kohlenstoffatomen besteht und eine sehr stabile Form eingenommen hat. Phenol reagiert gegenüber andere Stoffen als leichte Säure, das heißt, das Wasserstoffatom der Alkoholgruppe kann leicht abgegeben werden. Phenol kommt deswegen oft als Phenolat, das ist das Salz des Phenols auf den Markt. Natriumphenolat ist das Natriumsalz des Phenols. Es bildet Kristalle und hat eine rosa Farbe. Phenol an sich ist ätzend. Wenn man rohes Phenol mit bloßen Fingern in Labor anfasst so kommt es zu Verätzungen. Das macht man sich an einigen Stellen zu Nutzen. Man kann mit Phenol nämlich desinfizieren. Es löst sich in Alkohol und kann dann als Lösung zur Desinfektion genutzt werden. Phenol gilt allerdings als toxisch, deswegen wird es in der Klinik in der heutigen Zeit nicht mehr verwandt.
In Laboren, die einen sterilen Raum brauchen, kommt eine solche Phenol/Alkohol Lösung aber auch heute noch zum Einsatz. Wenn man Phenol mit der Hand berührt, kommt es übrigens nicht nur zu Verätzungen, sondern auch zu leichten Lähmungserscheinungen. Man sollte also als Laborant im Umgang mit dem Stoff schon Handschuhe tragen. Früher wurde Phenol aus Steinkohle gewonnen, in der es in der Natur vorkommt. Phenol und alle anderen Aromaten wurden im 19. Jahrhundert als Ausgangsstoff für die sogenannten Azo Farbstoffe benötigt. Heute wird Phenol in einem komplizierten, mehrstufigen Prozess hergestellt, der gleichzeitig Aceton und Phenol entstehen lässt. Beide Stoffe kann man in der chemischen Industrie gut gebrauchen.
Vorkommen von Phenolen
Phenol kommt in der Natur in Steinkohleteer als Bestandteil vor. Ansonsten sind die natürlichen Vorkommen eher selten. Dafür findet man Phenol als chemische, funktionale Gruppe in vielen Naturstoffen. Vanille basiert auf einem Phenolkern, Phenylamin - ein Proteinbestandteil - ebenso. In Weinen, die hochklassig sind, kommen Tanine vor. Auch diese gehören zu der Gruppe der Phenole. Diese Stoffe lassen sich aus den Pflanzen oder Weinen isolieren. Sie haben hohe Bedeutung für die Duftindustrie.
Verwendung von Phenol
Während das rohe Phenol außer zur Desinfektion kaum praktische Bedeutung hat so sind die Folgeprodukte hoch interessant. Man kann, hat man erst einmal Phenol, eine Reihe von Naturstoffen synthetisch herstellen. Diese werden dann Speisen oder auch Düften zugemischt und verleihen dem Parfum die richtige Note.