Duftbaustein: Castoreum

Castoreum ist auch unter dem Namen Bibergeil bekannt, da es sich hierbei um die getrockneten Duftdrüsen des kanadischen Bibers handelt. Früher zählte Bibergeil zu den wertvollsten tierischen Duft- und Wirkstoffen. In Bibergeil ist ein komplexes Substanzgemisch enthalten, unter anderem eine Reihe von Nupharamin-Alkaloide.

Der Biber benutzt sein fett- und pheromonhaltiges Drüsensekret eigentlich nur, um sein eigenes Fell zu pflegen und um sein Revier zu markieren. Einst wurde der harzartige Inhalt der Drüsen auch als Heilmittel gegen unterschiedliche Leiden z.B. gegen Krämpfe, Hysterie und Nervosität eingesetzt. Man kann die heilende Wirkung des Castoreum daher erklären, da es Salicylsäure enthält, welche eine Substanz ist, auf der auch das heutige Aspirin beruht. Damals war Bibergeil so sehr begehrt, dass der Biber schon vom Aussterben bedroht war.

Heutzutage werden spezielle Biberfarmen errichtet, in denen die Biber darauf trainiert sind, ihr Sekret an speziell konstruierten Auffangbehältern abzustreifen. Außerdem wird Castoreum auch in der Homöopathie und bei der Herstellung einiger Parfüms verwendet. Heute ist die Struktur vom Nupharamin bekannt, er hat ein Indolizidin-Grundgerüst, wobei die vier Bindungen des Kohlenstoffatoms in die Ecken eines Tetraeders weisen.

Das Sekret des Castoreums besteht aus einem komplexen Gemisch, das wahrscheinlich aus Sekundärmetaboliten des Urins gebildet wird. Der kanadische Biber hat zwei 20 bis 100 g schwere und ungefähr hühnereigroße Drüsensäcke, die sich zwischen After und den Geschlechtsteilen beider Geschlechter befinden. Sie werden dem getöteten Tier entnommen und rauchgetrocknet. Der Drüsensack ist an sich beutelförmig und wird von einer braun bis schwarzen, faltigen Hülle umgeben.

Das Castoreum ist harzartig und hat eine bräunliche Farbe. Er riecht ähnlich wie Baldrian und schmeckt bitter, scharf bis aromatisch. Auf den meisten Biberfarmen werden im Boden Dosen eingegraben, an deren Rand der Biber dann sein Geil abstreifen kann. Man kann Castoreum, das sogenannte Bibergeil, in Apotheken als Tinktur oder Pulver kaufen.

Castoreum im Parfüm

In der Parfümherstellung wird Bibergeil als Bestandteil von aphrodisierenden also erotisierenden Parfüms verwendet, aber auch für Kosmetika. Auch wurde Castoreum für die Herstellung von Zigaretten, Räucherstäbchen und anderen Produkten verwendet. Sowohl männliche als auch weibliche Biber besitzen im Teil ihrer Kloake zwei paarige, birnenförmige Organe, die beide individuelle Duftstoffe produzieren. Heutzutage wird Castoreum auch in der Medizin als Mittel gegen Impotenz sowie zur Potenzsteigerung verwendet. Aber auch bei der Parfümherstellung wird Bibergeil genutzt, denn Parfüm besteht aus pflanzlichen, tierischen und chemischen Duftstoffen, die in Alkohol gelöst werden.

Jedes Parfüm hat eine Kopfnote, ein flüchtiger Duft, den man schon beim Öffnen riecht und einer Herznote, die dann für den vollen Charakter und Geruch des Parfüms sorgt und der sogenannten Basisnote, die dann am längsten auf der Haut bleibt. Das Castoreum ist als Basisessenz äußerst beliebt, da es alle Bedingungen der Duftreaktionen erfüllt. Castoreum ist eine feste, ölige Verbindung, die Gerüche aufnimmt und erst langsam wieder abgibt. In Bibergeil ist ein Pheromon enthalten, dass auf das menschliche Sexualdrüsensystem wirkt.