Duftbaustein: Moschus

"Moschus" lautet der Name eines Duftstoffes, der aufgrund seines charakteristischen Geruches vielfach zur Herstellung von Parfüms, Seifen und Waschmitteln benutzt wird. Der Begriff "Moschus" leitet sich nicht, wie häufig behauptet, vom Moschusochsen ab, sondern von einer Drüse für sexuelle Lockstoffe, die sich kurz vor den Geschlechtsorganen des Moschushirsches befindet.

Allgemeine Informationen

Seine chemische Zusammensetzung ähnelt darüber hinaus teilweise der Struktur von Pheromonen, weshalb Moschus gemeinhin auch als sexueller Lockstoff und Aphrodisiakum gilt. Die tatsächliche Wirksamkeit in dieser Hinsicht ist allerdings umstritten. Schon Seit der frühen Antike wird der Moschus von Menschen als beliebter Duftstoff verwendet. Bereits die alten Perser kannten und gebrauchten ihn als Parfüm, da die Moschushirsche im Osten ihres Reiches weit verbreitet waren.

Herstellung und Gewinnung

Ursprünglich war es gängige Praxis, die oben genannten Moschushirsche zu töten und die betreffenden Drüsen danach zu entfernen, um an den Duftstoff zu gelangen. Mittlerweile jedoch werden die Moschushirsche vornehmlich in speziellen Einrichtungen und Farmen gehalten, in denen die gewünschte Substanz von lebenden Tieren gewonnen wird. Sehr weit verbreitet ist auch der Gebrauch sogenannten "falschen Moschus´". Mit diesem Begriff werden die Sekrete und Duftstoffe anderer Tiere bezeichnet, die dem charakteristischen Geruch des eigentlichen Moschus´ mehr oder weniger stark ähneln. Die bekanntesten Erzeuger dieses Ersatzmoschus´ sind der Moschusochse, die Bisamratte, die Moschusente und der Moschusbock. Außerdem sondern auch einige Pflanzenarten diesen Duftstoff ab, vornehmlich der Abelmoschus und die Gauklerblume.

Seit dem Jahre 1888 ist es des Weiteren möglich, Moschus künstlich herzustellen. Diese Methode wird mittlerweile in der massenindustriellen Herstellung von Produkten mit Moschus-Note beinahe ausschließlich genutzt. Zu diesem Zweck wird der Moschus in der Regel aus bestimmten polyzyklischen Stoffen wie Galaxolid und Tonalid, weniger häufig aus Pantolid und Celestolid synthetisiert. Dennoch erfreut sich der wirkliche, natürliche Moschus immer noch großer Beliebtheit, vor allem deshalb, weil die oben aufgeführten polyzyklischen Ersatzstoffe die Tendenz besitzen, sich im Fettgewebe des Konsumenten anzureichern. Außerdem ist die künstliche Herstellung von Moschus auch in ökologischer Hinsicht bedenklich, da die dabei verwendeten Stoffe in Wasser und Boden nur äußerst langsam abgebaut werden können.